Häufige Fragen und Antworten

Im Folgenden finden Sie Antworten auf häufige Fragen zur App-Suche der Weissen Liste. Wenn Sie weitergehende Fragen, Anregungen oder Hinweise haben, melden Sie sich gern: Kontaktinformationen.

Fragen zur Weissen Liste

Fragen zur App-Suche

Fragen zur Nutzung von Gesundheits-Apps

Fragen zur Weissen Liste

Was ist die Weisse Liste?

Die Weisse Liste (weisse-liste.de) ist vor mehr als zehn Jahren als gemeinsame Idee der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen entstanden. Sie begleitet Patienten und Versicherte auf ihrem Weg zu einer bedarfs- und bedürfnisgerechten Gesundheitsversorgung und hilft ihnen, den Behandlungsprozess mitzugestalten. Mit unseren Angeboten unterstützen wir Patienten, Angehörige und Gesundheitsexperten bei der Suche nach einem passenden Arzt, einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung sowie bei der Auswahl einer Gesundheits-App.

Wer steht hinter der Weissen Liste? 

Die Weisse Liste ist ein Projekt der Bertelsmann Stiftung. Strategische Partner und Co-Initiatoren der Weissen Liste sind die Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen. Die Verbände begleiten das Projekt mit Blick auf die Interessen von Patienten und Verbrauchern. Schirmherrin der Weissen Liste ist die Patientenbeauftragte der Bundesregierung.

Die Weisse Liste gemeinnützige GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Bertelsmann Stiftung. Sie erforscht, entwickelt und realisiert Informationslösungen im Gesundheitswesen an der Schnittstelle von Patienten, Leistungserbringern und Kostenträgern.

Fragen zur App-Suche 

Die folgenden Fragen und Antworten befassen sich mit den Methoden des Projekts. Umfassende Hinweise zu unserem Vorgehen und unseren Zielen finden Sie in unserer Methodendokumentation.

Was ist das Ziel der App-Suche? 

Wir möchten Patienten und Versicherten die Möglichkeit geben, sich umfassend über das Angebot und die Qualität von digitalen Gesundheitsanwendungen zu informieren und qualitativ hochwertige Apps auszuwählen.

Die App-Suche der Weissen Liste ist Teil eines Projekts mit dem Titel "Trusted Health Apps". Übergeordnetes Ziel ist es, die Transparenz im Feld der digitalen Gesundheitsanwendungen zu erhöhen. So wollen wir mittelfristig dazu beitragen, dass gute Anwendungen im Versorgungsalltag - bei Patienten, Ärzten und Therapeuten - ankommen und die Gesundheitsversorgung verbessern.

Welche Apps werden gelistet? 

Die App-Suche verzeichnet digitale Gesundheitsanwendungen, die als Medizinprodukt zertifiziert sind. Dabei handelt es sich um Apps, Webanwendungen oder andere digitale Produkte, die von Patienten und Versicherten genutzt werden können, um Gesundheitsziele zu erreichen.

Wir haben konkrete Einschlusskriterien für die Aufnahme in die App-Suche definiert. Wir recherchieren kontinuierlich, welche digitalen Gesundheitsanwendungen es gibt, die diesen Kriterien entsprechen. Hersteller solcher Anwendungen können sich unter https://trustedhealthapps.org/pro/de/publisher registrieren und Selbstauskünfte zu Ihrer Anwendung erteilen.

Woher stammen die Informationen in der App-Suche? 

Die Informationen in der App-Suche stammen im ersten Schritt aus Eigenrecherchen unserer Redaktion sowie - im Kern - aus freiwilligen Selbstauskünften der Hersteller von digitalen Gesundheitsanwendungen. Die Selbstauskünfte werden struktuiert und standardisiert erfasst. Grundlage sind die Kriterien aus dem Gütekriterien-Katalog AppQ, den die Bertelsmann Stiftung unter Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt hat. Die Hersteller können ihre Auskünfte dauerhaft aktualisieren. Bestimmte Auskünfte werden durch zusätzliche Nachweise, zum Beispiel Zertifikate oder Studienergebnisse, unterlegt.

Zudem erschließen wir derzeit weitere Quellen für die Information über die Qualität von digitalen Gesundheitsanwendungen. So bauen wir ein "Gutachter-Board Medizin" auf, mit dem wir die medizinische Güte von Apps prüfen wollen. Außerdem entwickeln wir Prozesse zur Prüfung von Datenschutz und Informationssicherheit.

Wie werden die Apps bewertet? 

Unser Ziel ist es, den Nutzern der App-Suche die Einordnung der Informationen zu digitalen Gesundheitsanwendungen möglichst leicht zu machen. Entsprechend haben wir - neben standardisierten und neutralen Informationstexten - etwa ein Regelwerk zur Gewichtung und Bewertung der Hersteller-Selbstauskünfte entwickelt. Es bewertet die Erfüllung von Qualitätskriterien und übersetzt diese Bewertung in eine visuelle Orientierungshilfe in Form einer Sterneskala sowie in einen erklärenden Text. Das Regelwerk wird kontinuierlich weiterentwickelt und zum Beispiel an den jeweiligen Stand der Wissenschaft angepasst. Für die Hersteller von digitalen Gesundheitsanwendungen ist im Rahmen der Abgabe von Selbstauskünften jederzeit sichtbar, welche Bewertung sich aus ihrer Art der Erfüllung von Qualitätskriterien ergibt. Wie wir bei der Erstellung des Regelwerks vorgehen, ist detailliert in unserer Methodendokumentation beschrieben.

Was bedeutet der "Beta"-Status für die App-Suche? 

Eine Beta-Version einer Webanwendung ist eine Version, die schon nutzbar, aber noch nicht vollständig bzw. fertiggestellt ist. Der Beta-Status der App-Suche ergibt sich daraus, dass wir derzeit Informationen Stück für Stück ergänzen. So haben zunächst einige Hersteller ihre Selbstauskünfte erteilt, alle anderen haben jetzt die Möglichkeit dazu. Zudem holen wir auf Basis der Beta-Version Rückmeldungen unserer Nutzer ein, um Inhalte und Funktionen schrittweise zu optimieren. Dieses Vorgehen haben wir bewusst gewählt, weil wir mit der App-Suche einen neuen Ansatz verfolgen und die Ausgestaltung nicht "am grünen Tisch", sondern im praktischen Tun entwickeln möchten.

Wo kann ich als Hersteller Auskünfte zu meiner Anwendung erteilen? 

Als Hersteller einer digitalen Gesundheitsanwendung, die als Medizinprodukt zertifiziert ist, können Sie sich unter https://trustedhealthapps.org/pro/de/publisher registrieren und Selbstauskünfte zu Ihrer Anwendung erteilen.

Fragen zur Nutzung von Gesundheits-Apps 

Worauf sollte ich als Patient oder Versicherter bei der Nutzung von Gesundheits-Apps achten?

Digitale Gesundheitsanwendungen können Ihnen helfen, Ihre Gesundheitsziele zu erreichen. Ob bei der Organisation Ihres Alltags mit einer chronischen Erkrankung, bei der Überprüfung von Symptomen oder bei der Therapie von bestimmten Beschwerden. In der App-Suche der Weissen Liste können Sie recherchieren, ob und welche Angebote es für Ihren konkreten Bedarf gibt. Zudem können Sie sich informieren, was der Hersteller der Anwendung tut, um ein qualitativ hochwertiges Angebot zur Verfügung zu stellen. Nach und nach finden Sie hier Informationen zu verschiedenen Qualitätskriterien. Sie sollten auf diejenigen achten, die Ihnen persönlich wichtig sind. Zudem gibt es einzelne Bereiche, die eine besondere Bedeutung für die Güte einer digitalen Gesundheitsanwendung haben. Dazu gehören etwa die medizinische Qualität und die positiven Versorgungseffekte - also das, was die Anwendung nachweislich erreicht, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Die Verlässlichkeit einer App ergibt sich zudem aus dem Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten, also dem Vorgehen des Herstellers in den Bereichen Datenschutz und Informationssicherheit.

Viele digitale Gesundheitsanwendungen sind kostenpflichtig oder haben kostenpflichtige Bestandteile. Darauf sollten Sie achten. Für einige Anwendungen übernehmen bestimmte gesetzliche Krankenkassen oder private Krankenversicherungen die Kosten. Die Weisse Liste informiert über diese Kostenerstattung. Zudem soll es im Laufe des Jahres 2020 sogenannte "Apps auf Rezept" geben. Ärzte können dann bestimmte Apps wie Medikamente verordnen, gesetzliche Krankenkassen tragen die Kosten. Die Apps durchlaufen ein Prüfverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Dieses prüft auf Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Qualität, Datensicherheit und Datenschutz sowie - in einem weiteren Schritt - auf positive Versorgungseffekte. Wenn eine digitale Gesundheitsanwendung dieses Verfahren erfolgreich durchlaufen hat und das Bundesinstitut bestätigt, dass diese durch gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet werden kann, informieren wir in der Weissen Liste über den entsprechenden Status.

Die Weisse Liste verzeichnet nur digitale Gesundheitsanwendungen, die ein Medizinprodukt sind - also solche, die auf Grundlage gesetzlicher Bestimmungen zertifiziert sind und entsprechende Grundanforderungen erfüllen. Darüber hinaus gibt es in den App-Stores oder im Web weitere Anwendungen, die Sie bei Ihrem Gesundheitshandeln unterstützen können, aber aufgrund Ihrer Ausrichtung kein Medizinprodukt sind oder deren Zertifizierung noch aussteht. Wir empfehlen, bei der Auswahl dieser Anwendungen auf ähnliche Kriterien zu achten, wie sie die Weisse Liste zur Beurteilung der Qualität von digitalen Gesundheitsanwendungen anlegt.

Wer berät mich bei der Auswahl und Nutzung von Gesundheits-Apps? 

Dass digitale Anwendungen von Patienten in Vorbeugung, Diagnostik und Therapie eingesetzt werden können, ist eine vergleichsweise junge Entwicklung. Zudem ist das Angebot sehr dynamisch. Das heißt, es entstehen stetig neue Anwendungen, manche Apps werden nach kurzer Zeit wieder vom Markt genommen. Und eine digitale Gesundheitsanwendung kann sich mit jedem Update verändern. Entsprechend gibt es wohl kaum eine Person oder Institution, die schon heute umfassend zu allen Angeboten auf dem Markt beraten kann.

Digitale Gesundheitsanwendungen sind häufig dann besonders nutzenstiftend, wenn sie eingebunden sind in übergeordnete Versorgungsprozesse, also zum Beispiel eine Therapie, die Sie als Patient durchlaufen. Entsprechend bietet es sich an, dass Sie mit Ihren behandelnden Ärzten oder Therapeuten über die Nutzung von bestimmten Anwendungen sprechen. Ärzte und Psychotherapeuten sind es auch, die Apps künftig auf Rezept verordnen. Zudem können Sie auf Ihre Krankenkasse oder Krankenversicherung zugehen - besonders zu den Angeboten, deren Kosten von dieser erstattet werden. Überdies kann es bei Anwendungen für chronisch Kranke sinnvoll sein, den Erfahrungsaustausch in den entsprechenden Selbsthilfeorganisationen zu suchen. Zu konkreten Fragen des Verbraucherschutzes im Kontext von Gesundheits-Apps beraten die Verbraucherzentralen.